Violalex Loop

Violalex Alexander Meyen ist ein Loopkünstler: Violinen, die Akkorde spielen, 5 Saiten haben und rückwärts klingen, geloopte Sequenzen die sich in den Raum erstrecken, sich verdichten und wieder auflösen. Minimalistische Klangereignisse, die in Echtzeit aus dem Moment geboren Form und Gestalt annehmen und spontan von der Improvisation zur Komposition werden. All dies ist Violalex der mit Stimme, unterschiedlichen Violinen, Samples und Loops zu hören und zu sehen ist, alleine, manchmal im Duo, hin und wieder auch mit anderen Loopkünstlern zusammen, mit Tänzerinnen, bildenen Künstlern und Performern.
 
Video Trailer
 
 
 
 
Live Looping ist die Methode, bei der Musiker sich direkt aufnehmen und durch Wiederholen und Verfremden des gespielten Materials Klangfelder erschaffen. Zusammen mit den Eigenschaften des Raumes entstehen Atmosphären wie wir sie von spiritueller und ritueller Musik kennen. Eine Einladung zum Schweben, Entspannen und zu inneren Reisen.
 
Die Verbindung von Kirchenmusik, Improvisation und Jazz.
Auf ihren  jeweiligen Instrumenten (Orgel oder Flügel, Violine) bewegen  sich die Organisten & Kirchenmusiker Daniel Konrad, Bertold Seitzer und Alexander Meyen durch unterschiedliche musikalische Epochen. Es  wird  dabei eine musikalische Sprache von Zuhören, Aufnehmen und  Entwickeln ganz unterschiedlicher  Themen  spürbar.  Ganz gleichberechtigt  lassen die beiden - gleichsam  bunten Farben eines Kaleidoskops -  die Stilistiken sprechen. Eine Überraschung für Zuhörer  und Musiker.
 
CD Kritik „We are all beginners“ von Christina Lenke:
Und was hören wir, wenn wir dieser Musik lauschen?
Wäre unsere erste Assoziation beim Hören des aktuellen Soloprojekts vom Kölner Musikers Alexander Meyen das,  was es tatsächlich ist: „Musik für (E-) Geige und (Effekt-) Geräte“?
 
 
Den in Musikproduktion nicht so bewanderten Zuhörer mag es erstaunen, dass hier allein die Geige neben ihrem Solopart auch den Part des Synthesizers, den des
Basses, und des Rhythmusinstruments übernimmt, nur an wenigen Stellen sind Trompete oder Saxofon zu hören. Und das alles Dank eines ganzen Apparats von Effektgeräten.
Es ist eine Musik, die reduziert beginnt und sich dann langsam, geradezu unaufhaltsam verdichtet. Loop, „Schleife“, gehört dabei zu ihrem zentralen Konzept. Musikalische Figuren, die sich unaufhörlich wiederholen, übereinander geschichtet, ineinander verschachtelt werden, die in den Köpfen der Hörer die Gestalt von Kreisen annehmen und in ihrer scheinbaren Endlosigkeit an den Rhythmus des Ein- und Ausatmens erinnern mögen. Diese Musik entfaltet einen hypnotischen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Verstärkt durch die Improvisationen auf der Geige, dehnen sich Raum und Zeit. Zusammen mit der tendenziell melancholischen Grundstimmung bewirkt sie eine Reise nach innen.
Da Sprache schnell versagt bei der Beschreibung von Musik, wird oft versucht, neue Klänge und Werke mittels ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen einen Platz in der Topographie der Musiklandschaft zuzuordnen.
Auch bei Violalex drängen sich unweigerlich Vergleiche auf. Wer es mag, was er hier hört, der hat möglicherweise eine gewisse Affinität zu Laurie Anderson oder in dessen Platten- bzw. Mp3-Sammlung lässt sich auch einiges von David Sylvian finden. Die ungeraden, vertrackten Rhythmen scheinen weit in die Progressive-Rock-Zeiten der 1970er zurückzureichen und wer würde beim Hören von Violalex nicht an Ambient (und Brian Eno) denken?
Aber auch durch einen Blick auf die biografischen Stationen, die den musikalischen Weg des Musikers Alexander Meyen markieren, werden Bezüge deutlich: Man hört die klassische Ausbildung auf seinem Instrument und im freien Fluss der Improvisationen seine intensive Beschäftigung mit Jazz in Form eines Studiums an der Musikhochschule Köln. Deutlich scheint zudem an einigen Stellen die Reise von ihm nach Indien durch, seiner Band Hara Samadhi oder sein jahrelanges Mitwirken bei der Sinti und Roma Band Romano Trajo.
 
 
Wer Violalex auf der Bühne erlebt, gerät, trotz der starken Präsenz der Technik, in den Bann dieser Musik, deren Wirkung im Wortsinn konzentrierend ist und der man wohl Unrecht täte, sie im Ambient-Sinn als bloßes Mobiliar (furniture music) oder reine Hintergrundklänge zu betrachten.